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4 Dinge, die wir von Handelsblatt und WirtschaftsWoche lernen können

Mit CMO Wiebke Meeder

Heute blicken wir hinter die Kulissen von einem der erfolgreichsten Wirtschaftsverlage im deutschsprachigen Raum. Aber erst mal viel Spaß mit den News …

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📬 News

👉 Spotify erhöht die Preise (heise)

👉 Nachrichten-Abos werden schnell gestrichen, wenn die Lebenshaltungskosten steigen (journalism.co.uk)

  • Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Reuters Institute for the Study of Journalism in Großbritannien.

👉 Meta und TikTok arbeiten an werbefreien Abos (Wall Street Journal & TechCrunch)

  • Zunächst handelt es sich noch um Tests und anscheinend sind die Modelle vergleichbar mit den Pur-Abos vieler Publisher, die aufgrund europäischer Datenschutzbestimmungen auch eine Alternative ohne Werbetracking anbieten.

👉 Youtube wiederum stellt sein werbefreies Premium-Lite-Abo, das es in einigen europäischen Ländern gab, wieder ein und konzentriert sich damit auf das “normale” Premium-Abo. (The Verge)

👉 Spotify nimmt in Großbritannien und Australien 150.000 Premium-Hörbücher ins Abo auf (FAZ)

  • Bis zu 15 Stunden pro Monat können Nutzer ohne Aufpreis hören, weitere 10 Stunden kann man für 11 $ dazubuchen

  • Wie der Markt für Hörbuch-Abos funktioniert und warum Abonnent*innen nicht unlimitiert streamen können, habe ich im letzten Jahr mit BookBeat-Chefin Kathrin Rüstig besprochen (Spotify)

👉 Was können Verlage von Streamingdiensten lernen? (The Audiencers)

  • Lisa Boucher war bei der Video-Streaming-Plattform Molotov und dem Audio-Streamer Deezer. In diesem Interview reflektiert sie darüber, was beide Welten voneinander lernen können.

👉 Spotify startet mit “Jam” Playlists, die bis zu 32 Menschen gleichzeitig kuratieren können (TechCrunch)

👉 Am 3. November lädt Steady zum Growth Day 2023 ein (Eventbrite)

  • An dem Tag kommen unabhängige Medienschaffende zusammen, um zu diskutieren, wie sie ihre nutzerfinanzierten Geschäftsmodelle weiterentwickeln können.

  • Auch wenn das Event sich v. a. an Indie Publisher richtet, glaube ich, dass auch Verlags-Menschen davon profitieren können.

  • Ich war im Februar auf dem Blaupause Community Tag von Steady-Gründer und Wieder-Geschäftsführer Sebastian Esser und habe selten einen so offenen und konstruktiven Austausch auf einer Konferenz erlebt.

👉 Warum sind manche Newsletter viele Millionen Dollar wert? (Youtube / The Hustle)

  • Dieses Video von “The Hustle” erklärt das Newsletter-Business in drei Minuten.

👉 Quizfrage: Nach wie vielen Jahren hat Netflix hat am Freitag seine letzte DVD verschickt? Die Antwort findet ihr hier (Morning Brew)

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👉 Der Social-Media-Traffic auf Nachrichtenseiten ist seit 2021 eingebrochen (Axios)

  • Eine Auswertung von Axios auf Basis von Similarweb-Daten zeigt einmal mehr, dass Verlage sich unabhängiger von Social Media machen müssen und einen direkten Zugang zu ihren Lesern, z. B. über Apps, Push-Benachrichtigungen, Podcasts oder Newsletter brauchen.

🎧 Neue Episode: Wie etabliert man eine Subscription-First-Strategie?

Wer sich für Wirtschaft und Finanzen interessiert, kommt um Handelsblatt und WirtschaftsWoche kaum herum. Die Handelsblatt Media Group hat sich erfolgreich von einem Print-Verlag zu einem digitalen Medienhaus transformiert und verfolgt eine “Subscription-First”-Strategie. Was das genau bedeutet, und warum “Subscription First” nicht “Subscription Only” bedeutet, das erzählt CMO Wiebke Meeder in dieser Folge.

Wiebke kennt das Subscription Business aus vielen Perspektiven und war schon bei der Süddeutschen Zeitung, dem Spiegel und zuletzt Amazon. Seit September 2022 ist sie für das Handelsblatt und die WirtschaftsWoche verantwortlich und ich wollte von ihr wissen, wie ihre vorherigen Stationen sie geprägt haben und worauf sie in ihrem neuen Job wert legt.

Hier sind meine vier wichtigsten Learnings aus dem Gespräch:

1/ Das Engagement beginnt vor der Paywall

Wiebke hält Paywall-Optimierungen für überschätzt. Der Abo-Abschluss an der Paywall ist nur ein kleiner Teil einer langen Customer Journey. Sie empfiehlt, mit Engagement-Maßnahmen viel früher anzusetzen, um zu beweisen, dass das Abo regelmäßig einen Mehrwert bietet, für den es sich lohnt zu bezahlen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Newsletter wie das Handelsblatt Morning Briefing, das viele Menschen an die Marke heranführt und oft zu einer morgendlichen Routine wird. Wenn solche regelmäßigen Nutzer dann an die Paywall stoßen ist die Chance größer, dass sie sich für das Abo entscheiden.

2/ Der Erfolg eines Abo-Modells ist eine Kulturfrage

Dafür müssen verschiedene Abteilungen eng zusammenarbeiten ohne dass ihre Bereichsinteressen im Weg stehen. Das geht nur, wenn die Zielsetzung auf der Geschäftsleitungsebene klar gesetzt und transparent in die Teams kommuniziert wird. Gleichzeitig ist ihr wichtig, kleine autonome Teams zu schaffen, die selbständig Entscheidungen treffen können und Verantwortung für ihre Projekte und Ziele übernehmen. Um das zu erreichen, setzen sie auf einen OKR-Prozess, den sie kürzlich überarbeitet und vereinfacht haben.

3/ Für jeden des passende Abo

Das Handelsblatt-Abo gibt es in drei Stufen: Standard für 29,99 € pro Monat, Premium für 39,99 € pro Monat und Premium Inside für 49,99 €. Das Ziel ist es, möglichst viele Menschen in das mittlere Paket zu bekommen, aber auch eine günstigere Einstiegsoption und ein höherpreisiges Produkt für kleine Segmente mit hohem Informationsbedürfnis zu schaffen. Diese Preisstaffelung haben sie auf Basis einer Marktforschung entwickelt und dabei nach Werttreibern für verschiedene Teilzielgruppen gesucht. Für das mittlere Paket haben sich das E-Paper und der Geldanlage-Newsletter als wichtige Anreize herausgestellt und für das Premium-Angebot sind es vor allem Fachbriefings zu Immobilien und Energie.

4/ Abo-First heißt nicht Abo-Only

Auch wenn die Handelsblatt Media Group eine Subscription-First-Strategie verfolgt, verlieren sie Erlössäulen wie B2B-Events und Anzeigen nicht aus dem Blick. Aber auch dort versuchen sie auf Recurring Revenue zu setzen und langfristig planbare Erlöse mit wiederkehrenden Kunden zu erzielen. Auch wenn das keine klassischen Abos sind, sieht Wiebke viele Parallelen, die sich auf andere Bereiche übertragen lassen.

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⏪ Falls du es verpasst hast

🥳 Events

📅 Am 12. Oktober besuchen wir 7 Abo-Unternehmen bei der Subscription Tour in Berlin zusammen mit der Deutschen Fachpresse und unterstützt von Plenigo. Dabei sind der Tagesspiegel, BookBeat, Blinkist, Swapfiets, Urban Sports Club, ZEIT ONLINE und Steady/Krautreporter/Flux. Die Tour ist leider schon ausgebucht, aber ihr könnt euch auf die Warteliste für die nächste Tour im März setzen. (Deutsche Fachpresse)

📅 Am 19. Oktober wählen wir im Rahmen des CONTENTshift Accelerators auf der Frankfurter Buchmesse das „Start-up des Jahres“, welches 10.000 Euro Förderprämie erhält. Als Jury-Mitglied freue ich mich auf die Finalist*innen. (Contentshift)

📅 Am 26. Oktober gebe ich eine Masterclass auf den Medientagen München zum Thema: “Warum Newsletter eine Renaissance erleben und wie man sie so gestaltet, dass sie wirklich gelesen werden”. Wer ist dabei? (Medientage München)

📅 Am 28. November erzähle ich beim Medienverband der freien Presse etwas über Newsletter-Strategien. (MVFP)

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